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Berlin Cathedral

Original windows from 1850 - Reconstruction of the windows in a three-ribbed screen printing process

Luce Floreo, was mit erblühe bei Licht oder erblühe im Morgenlicht übersetzt werden kann, ist eine Technik der Glasmalerei, die eigentlich mit der Malerei auf Glas nichts zu tun hat. Vielmehr ist es ein Malen mit veredeltem Glas. Ein Bildnis wird geschaffen durch Glas mit verschieden dicker Farbschicht und Licht. Es bestand dadurch die Möglichkeit anders als in der konventionellen Glasmalerei die feinen Abstufungen und Nuancen eines Ölbildes wieder zu geben. Vorzugsweise wurde diese Technik in der "Kunstanstalt für Freilichtmalerei" Richard Sander in Barmen ausgeführt, die sich auf diese Technik spezialisieret hatte. Die Technik basiert auf dem Prinzip der optischen Farbmischung transparenter Trägermaterialien. Jedes Feld besteht aus 3 einfarbigen Überfanggläsern. Die gestaffelten Gläser haben die Primärfarben Rot, Gelb und Blau. Durch das Hintereinanderlegen der drei bearbeiteten Gläser entsteht das gewünschte Farbbild. Es war möglich weiße Grundgläser mit dünnem farbigen Überfang bis zu einer Größe von ca. 250 cm x 120 cm zu erstellen. Der Überfang auf dem Glas ermöglicht, gezielt durch Schliff oder Ätzung Muster oder optische Strukturen, ohne Einbußungen des "Farbfeuers", in die Glastafel zu bringen. Auch auf Blei oder Kontur kann verzichtet werden. Die Besonderheit, da drei Scheiben hintereinander gesetzt wurden, entstand noch einen zusätzlichen Effekt. Das Bild bekam eine gewisse Dreidimensionalität, zum einen durch die drei hintereinander liegenden Bilder zum anderen durch die kaum wahrnehmbaren kleinen Kanten und Absätze, die das Herunterätzen mit sich brachte. Die genaue Kenntnis der mehrstufigen Ätzung ist nicht mehr bekannt und nirgendwo im Detail aufgezeichnet worden. In den meisten Aufzeichnungen wird nur von einem mehrschichtigen Ätzverfahren geschrieben.